#7 Bücher in Büchern – Die literarische Notapotheke

Wenn im Titel irgendwo das Wort Buch vorkommt. Wenn die Geschichte sich in einer Bibliothek abspielt. Wenn es sich um eine Geschichte über Bücher, Buchhandlungen, Literatur oder das Lesen handelt. Dann werde ich meist sehr, sehr neugierig…

In dieser kleinen Serie möchte ich ein paar dieser besonderen Schätze vorstellen. Außerdem würde ich mich freuen, wenn ihr noch weitere Bücher kennt, die ihr mir empfehlen könnt!


Heute:

Die literarische Notapotheke von Karl Heinz Bittel und Margit Schönberger

Kleiner Hinweis vorab: Es handelt sich hierbei nicht um einen Roman!P1000847

Vielmehr ist die literarische Notapotheke eine kleine Sammlung verschiedenster literarischer Werke und Genre. Nach Art eines Ratgebers werden Personen kategorisiert und ihnen werden dann Buchempfehlungen gegeben. Die Empfehlung soll jedoch nicht wirklich eine Hilfestellung leisten, sondern hat als Protagonisten meist die zuvor beschriebene Person. Ob dies dann zum Nachdenken anregt, bleibt jedem selbst überlassen.

So. Bevor ich mich hier in komplizierten Beschreibungen verliere, kommt hier mal ein Beispiel:

Das Kapitel ist einsortiert in den Themenkomplex „Körper, Geist und Seele“. Überschrieben ist es mit „Sie haben übertrieben Angst vor Krankheiten„. Anschließend folgt noch folgende Personenbeschreibung:

Schon die geringste Zugluft macht Sie panisch, und in Grippezeiten würden Sie am liebsten Mundschutz tragen, genieren sich aber, weshalb Sie diesem Impuls nur nachgeben, wenn von der WHO Pandemie-Alarm ausgerufen wird. Ihre Schreibtischschubladen gleichen einer perfekten Hausapotheke – Sie sind für jede medizinische Eventualität gerüstet. In Apotheken halten Sie sich so gerne auf wie andere Leute in Buchhandlungen oder Parfümerien. Die „Apotheken-Umschau“ ist Ihre Lieblingsillustrierte – trotzdem hegen Sie Ärzten gegenüber ein gewisses Misstrauen. Sie bedauern, sich in jungen Jahren nicht selbst für ein Medizinstudium entschieden zu haben. Manchmal ist Ihnen allerdings klar, dass Sie zur Hysterie neigen, und Sie grübeln über Möglichkeiten nach, Ihre Übersensibilität zu dämpfen.

Die  literarische Notapotheke, Seite 299

Na – und welches Buch wird nun also empfohlen? Richtig:

Lesen Sie

Noah Gordons Bestseller Der Medicus

Sie werden sich schon nach wenigen Seiten mehr als glücklich schätzen, dass Sie nicht den Bader-Chirurgen des Mittelalters Anno Domini 1021 ausgesetzt sind. Noah Gordon beschreibt die Geschichte des Londoner Waisenknaben Rob Jeremy Cole, der … (usw. usf.)

Ihr merkt, man muss die Empfehlung ein wenig mit einem Augenzwinkern sehen. Ich bin nun wirklich kein Hypochonder, aber selbst mir waren die detaillierten medizinischen Beschreibungen ein bisschen zu viel. Ich bezweifle, dass Menschen, die Krankheitsängste haben, durch das Buch irgendwie aufgebaut werden. Das ist aber auch gar nicht das Ziel der Empfehlungen.

Dennoch ist das Büchlein ein spannender „Rat“geber. Es werden auf humoristische Art sehr viele Klassiker oder anderweitig bekannte und viel diskutierte Werke empfohlen. Zudem gibt es nach der Empfehlung auf zwei bis drei Seiten immer noch ein paar Hintergründe zu dem empfohlenen Buch, einen kurzen Abriss zur Geschichte, zum Autoren oder ähnliches. So schmökert man sich dank der Empfehlungen durch unterschiedliche Genre und Bücher der Weltgeschichte (darunter neben Huckleberry Finn auch Harry Potter, neben Albert Camus auch Leo Tolstoi). Man bekommt richtig Leselust und manchmal auch spannende Infos zu Büchern, die man bereits kennt.


Wie kam das Buch in meine Hände?

Dieses Buch habe ich 2016 auf der Leipziger Buchmesse entdeckt (oder war das schon 2015?). Den Titel fand ich witzig und da Nina George in dieser Ausgabe (November 2014) ein sehr schönes Vorwort geschrieben hat, habe ich das einfach mal mitgenommen. Es ist unterhaltsam, jedoch kein Roman!


Buchfacts

Die literarische Notapotheke von Karl Heinz Bittel und Margit Schönberger

Knaur

Erweiterte Taschenbuchauflage November 2014

359 Seiten, 9,99 Euro

978-3-426-51646-1


Rückblick: Das Tagebuch von Edward dem Hamster. 1990-1990 von Miriam Elia und Ezra Elia

Nächste Woche: eine kleine Pause, aufgrund von akutem Unistress. Bitte seht es mir nach!

Übernächste Woche: Der Name der Rose von Umberto Eco

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