Braucht das Konzept Rezension ein Relaunch?

Vor einer ganzen Weile habe ich mit euch bereits einmal die Frage diskutiert, wer eigentlich Rezensionen liest und wenn ja, ob vor oder nach dem Lesen des Buches. Eure Reaktionen waren für mich überwältigend, so viel Austausch hatten wir wohl noch nie auf diesem Blog 😀

Nun hat Hanna von der Library of fairytales auf Twitter die Frage gestellt, was sie ändern müsste, damit auf ihrem Blog wieder mehr kommentiert wird. Unter der Frage entspann sich dann die Diskussion um die wohl unüberwindbare Grenze zwischen Blogger- und WordPress-Blogs, aber auch um die Unterschiede in den Klickzahlen verschiedener Blogposts. Das werden wohl viele von uns kennen: Unter einem Monatsrückblick oder einem anderweitigen Input-Artikel gibt es oft mehr Kommentare als unter den Rezensionen.

Und wieder stelle ich die Frage: Wer liest die Rezensionen?

Denn scheinbar, so berichteten die meisten von euch unter meinem Artikel damals, scheinbar lesen wir Rezensionen in der Regel erst, wenn wir das Buch zuvor bereits gelesen haben. Obwohl wir alle möglichst spoilerfrei schreiben, scheuen wir davor zurück, uns unbeabsichtigt woanders den Lesegenuss eintrüben zu lassen, ob nun durch Spoiler oder durch eine negative Bewertung. Haben wir das Buch aber erst einmal gelesen, wer sucht sich dann danach noch die Rezensionen wieder heraus und kommentiert? Richtig, die wenigsten. In den wenigsten Fällen entwickelt sich unter einer Rezension eine wirkliche Diskussion. Das finde ich (und anscheinend andere auch) sehr schade und ich frage mich, was man da tun kann.

Braucht das Konzept Rezension vielleicht ein Relaunch?

Bereits seit einer Weile überlege ich hin und her, was auch ich an meinen Rezensionen ändern kann, um sie attraktiver zu machen. Gelesen werden sie, wenn auch nicht so oft wie andere Beiträge, aber es erfolgt eben kein Austausch, keine Vernetzung. Das ist so schade, besonders wenn man bedenkt, dass wir ja alle aus genau diesen Gründen einen Blog erstellt haben und mit viel Liebe, Mühe und auch Zeiteinsatz wir schreiben.

Seit einer Weile schwebt mir im Kopf rum, an was ich zuerst denke, wenn ich ein Buch in die Hand nehme. Würdige ich den Schreibstil, freue mich über die Sprache oder über verschiedene Erzählebenen? Nein, ich gebe die Themen wieder, die im Buch verhandelt werden. Warum schreibe ich aber darüber so wenig in der Rezension, sondern bewerte so viele andere Dinge? Bücher, die ich schlecht fand, empfehle ich auch nicht. Also warum muss ich bei guten Büchern die positiven Eigenschaften hervorheben? Warum das Buch zusammenfassen? Vielleicht kann ein Austausch über Bücher – besonders über verschiedene Bücher – erst erfolgen, wenn wir anfangen Bücher zu vergleichen und nicht jedes Buch einzeln betrachten.

Nicht umsonst sehe ich mir gerne vergleichende Kurzrezensionen an oder lese in Listen über 10 spannende Dystopien. Weil ich so auf einen Schlag einen Vergleich habe. Und ich kann mich auch für mehr Bücher über aktuelle Themen interessieren, wenn die Voraussetzung eben nicht ist, dass ich das vorgestellte Buch bereits kenne.

Ich weiß nicht genau, wie der Königsweg für eine gute Rezension geht. Klar ist aber, das wir, wenn wir mehr Austausch wollen, irgendetwas am Status quo ändern müssen. Und warum nicht bei den Rezensionen beginnen?


Wie nehmt ihr eure eigenen und die Rezensionen anderer wahr? Was interessiert euch, wo klickt ihr gar nicht erst? Was muss eine Rezension beinhalten, damit ihr einen Kommentar hinterlasst? 


Andere Artikel zum Thema:

Fehlender Austausch, Hindernisse und eventuelle Lösungen [Library of fairytales] – Über die Probleme, sich gegenseitig zu folgen und auszutauschen

Was Sie über den Spoiler wissen müssen [Welt24] – Kurze Geschichte des Spoilers und warum man als Leser trotzdem weiterlesen muss

„Oh, I like Byron. I give him a 42, but I can’t dance to it“ – Die Sache mit den Rezensionen [Inktroversion] – Diskussionen verlagern sich von den Blogs weg, warum ist das problematisch?

Holt die Diskussion zurück auf euren Blog! [Kunterbunte Flaschenpost] – Gegen Subdiskussionen auf Twitter und für die Rückkehr auf die Blogs


Nach meinem Blogpost erschienen:

7 Gründe, warum ich keine Rezensionen lese von Jule [Jule’s Leseecke]

Liest überhaupt noch jemand Rezensionen? von Ela [Literaturliebe]

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103 Gedanken zu “Braucht das Konzept Rezension ein Relaunch?

  1. Hey!

    Ein spannender Beitrag und ich kann mich dir da nur anschließen. Unter Rezensionen erhält man wirklich wenig Kommentare und Rückmeldungen. Ich lese eigentlich viele Rezensionen von euch – auch wenn es sich um Bücher handelt, die ich noch nicht gelesen habe. Oft hinterlasse ich einen Kommi, wenn mir die Rezi besonders gut gefallen hat. Oder wenn mich die Rezi allgemein dazu bewegt, ein Buch zu lesen und zu kaufen.

    Es ist schon schade, dass man so viel Zeit in das Schreiben einer Rezi steckt und dann so wenig „zurückbekommt“. Ich frage mich auch schon sehr lange, wie man das Prinzip Rezension anpassen und optimieren kann. Dennoch müssen die Rezis ein regelmäßiger Bestandteil des Blogs bleiben, irgendwoher muss ja der Content kommen 🙂

    Tja, ich denke wir müssen uns weiter Gedanken machen, bis wir die zündende Idee haben. Oder einfach Umfragen starten, wie sich unsere Leser Rezensionsbeiträge wünschen…

    LG Kathi

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    1. Hi Kathi,
      vielen Dank!
      Ja, ich finde auch gar nicht, das Rezensionen verschwinden sollten. Aber es ist doch schon symptomatisch, wie wenig dort diskutiert wird. Allerdings kenne ich es von mir selbst, was schreibt man schon groß unter eine Rezi, dessen Buch man vielleicht nicht einmal gelesen hat? Allerhöchstens doch einen Dank für die Anregung. Und es gibt eben einfach zu viele Bücher, würde man durch die Anregung diese Bücher auch wirklich alle lesen wollen, man dürfte maximal eine Rezension in der Woche lesen xD
      Vielleicht sollten wir eine Challenge entwickeln, besonders tolle Rezensionen zu sammeln oder so 😀
      VG Jennifer

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  2. Hey!

    Ich stimme dir voll und ganz zu, dass Rezensionen der Grund sind, warum wir eigentlich mit dem Bloggen angefangen haben. Wir wollen uns über Bücher austauschen und dazu gehören halt auch Rezensionen. Aber ich könnte mir zB auch keinen Buchblog ohne Rezensionen vorstellen. Das empfinde ich irgendwie als unvollständig. ^^

    In der Regel lese ich ja nur Rezensionen bei Bloggern, denen ich vertraue, dass sie mich nicht spoilern oder die einen ähnlichen Geschmack haben und dann vlt ein Buch rezensiert haben, bei dem ich mir noch nicht sicher bin und dann kann ich mir sozusagen eine zweite Meinung einholen, die mir bei der Kauf- bzw. Leseentscheidung hilft. Und das ist ja auch Sinn und Zweck einer Rezension. Natürlich sollte sie auch den Austausch anregen, aber das geht nur, wenn beide Seiten das Buch gelesen haben und du hast ja selbst geschrieben, dass kaum einer noch nach Rezensionen sucht, wenn das Buch ausgelesen ist. Vlt sollten wir uns dann genau das mal vornehmen!

    Desweiteren gehören für mich in Rezensionen keine Wiedergaben von Buchinhalten rein. Egal was das Internet oder die Deutschlehrerin sagt, meiner Meinung nach gibt es nichts schlimmeres, als eine Rezension die den Buchinhalt wiedergibt. Dann kann ich mir das Lesen des Buches ja auch gleich sparen. Außerdem gibt es Klappentexte und solche Rezensionen spoilern ja auch ohne Ende und genau das wollen wir ja eigentlich vermeiden.

    Bei deinem Punkt mit dem Büchern vergleichen, kann ich dir aber leider absolut nicht zustimmen. Sicher gibt es Bücher die sich in ihrer Thematik ähneln und man unter bestimmten Punkten gemeinsam auflisten kann wie in „Meine Top 10 Dystopien/Romanzen/Thriller/YA“. Aber ich habe oft das Gefühl, dass Bücher oft falsch verglichen werden. Da haben zwei Bücher vlt ein, zwei Aspekte gemeinsam und schwupps ist das eine die Kopie des anderen Buches. Und gerade ich als riesiger Tolkien-Fan könnte mich den lieben langen Tag darüber aufregen, wenn jemand irgend ein Buch (und sei es Game of Thrones) mit „Der Herr der Ringe“ vergleicht, behauptet der Autor sei der neue Tolkien oder das Buch der neue „Der Herr der Ringe“, weil es einfach nicht stimmt. Nicht einmal bei Game of Thrones. Und zwar weil LOTR (Lord of the Rings, der englische Buchtitel) sooo unglaublich viel komplexer ist als die gängigen High-Fantasy Schinken. LOTR in ein Lebenswerk mit so unfassbar vielen Aspekten aus diversen Mythologien und Lebenserfahrungen Tolkiens, so etwas würde heutzutage keiner mehr schreiben und ich denke nicht, dass noch irgendein Verlag so ein Buch annehmen würde. Aber das ist ein Thema in dem ich mich verlieren könnte und darum geht es jetzt eigentlich auch gar nicht.
    Was ich sagen will ist, dass ich vergleichen einfach für keine gute Idee halte. Aber das ist nur meine Meinung. XD

    LG Hanna

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    1. Hi Hanna,
      da habe ich mich wohl in der Eile missverständlich ausgedrückt. Ich meinte nicht vergleichen im Sinne von „Buch x ist wie Buch y“ sondern eben „Hier sind zwei Bücher, die von Migration handeln, das eine so, das andere so. Wenn ihr euch für dieses Thema interessiert, schaut euch diese beiden einmal an, ich fand sie beide gut.“
      Ich denke auch nicht, dass Rezensionen von Blogs verschwinden sollten. Ich frage mich nur, wie kann ich sie interessanter gestalten? Je tiefer ich in die Themen gehe, desto stärker gebe ich Details zur Handlung preis. Aber ich will eben mehr sagen, als wie ich den Schreibstil fand, ob mir das Buch insgesamt gefallen hat oder wie mein Leseeindruck war. Ich will ja auch dazu anregen, dass mit mir über das Buch oder zumindest das Thema gesprochen wird. Klar ist, dass die Rezension das Kernstück des Blogs bleiben soll. Aber indem ich vielleicht die Diskussion mehr in die thematische Ecke lenke, könnte man es umgehen, dass sich außer 1. „Kenne das Buch, mochte ich“, 2. „Kenne das Buch, mochte es nicht“ und 3. „Kenn ich nicht, aber tolle Rezi“ keine weiteren Kommentare ergeben. Ich habe bei mir festgestellt, dass es meistens tatsächlich einen Kommentar gibt, dann antworte ich und dann wars das auch schon mit Austausch und Diskussion. Und irgendwie muss sich diese Teufelskreis doch umgehen lassen…
      Wie schon geschrieben, eine Lösung habe ich nicht, aber vielleicht ergibt sich ja hier in den Kommentaren was 😉
      Ich fand die Diskussion auf Twitter echt gut, auch wenn ich mich hier nur noch auf einen Punkt konzentriere. Also danke dir für die Anregung!
      VG Jennifer

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      1. Achso, ja dann! Die Idee finde ich sehr gut! Die ist ja auch ähnlich wie diese Top Ten XY.
        Und zu den Rezensionen (mir geht es da sehr ähnlich)… Ich hatte das schon mal vorhin auf Twitter angesprochen, wurde bisher nur noch nicht aufgegriffen. Englische Booktuber drehen oft spoilerfreie und spoilerhaltige Bookreviews. Vielleicht könnte man auch so etwas bei uns einführen. So eine Art Spoilerrunde oder so, wo man bewusst über den Inhalt eines bestimmten Buchs diskutiert. ZB bei sehr kontroversen oder diversen Büchern oder kritischen etc.

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      2. Ja, Nela hat sowas ähnliches auch gerade vorgeschlagen (ganz weit unten in den Kommentaren). Nur wären mir persönlich zwei verschiedene Versionen derselben Rezension zu anstrengend zu schreiben. Einen Artikel zB über zuletzt gelesene Dystopien und deren Vergleich fände ich dagegen sehr spannend und ich glaube, daraus könnte sich dann wirklich eine Diskussion entwickeln…

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      3. Ich kann dir unter deinem aktuellsten Kommentar irgendwie nicht antworten… 😦 Jedenfalls, ja mir geht es ähnlich. Das wäre verdammt viel extra Arbeit. Deswegen würde ich das auch nur bei bestimmten Büchern machen, wo es vlt auch am sinnvollsten wäre. Also wenn sie vom Inhalt her sehr kritisch, bedenklich, divers whatever sind.

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      4. Die Idee mal bewusst zu spoilern hat aber auch was. Vielleicht mach ich das mal, wenn es sich anbietet. Wobei ich eh meist etwas andere Bücher lese als der Rest meiner Timeline, also habe ich nicht ganz so große Probleme mit den Klickzahlen und selbst mit den Kommentaren wie andere…

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      5. Aber das würde ja auch zum Austausch und zu einer Diskussion führen und für den Fall, dass mir Kommentare zu beleidigend oder extrem werden, habe ich die Moderation-Funktion, kann also nach Lust und Laune Kommentare löschen oder veröffentlichen. Das klingt jetzt drastischer als es eigentlich ist und generell würde ich jeden Kommentar veröffentlichen, auch wenn er meiner persönlichen Meinung vlt so gar nicht entspricht. Er sollte halt nur nicht beleidigend, rassistisch oder was auch immer sein.

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  3. Hallo,

    Ich lese sehr gerne Rezensionen zu Büchern. Meist sind es Rezensionen zu Büchern, welche ich nie vorhatte zu lesen. Ich will dadurch sehen, was anderen an dem Buch gefällt oder warum sich das nicht lesen gelohnt hat.

    Ich kommentiere dann, wenn ich dem Blogger/ der Bloggerin zustimmen kann, was ihre Meinung betrifft.

    Ausserdem lese ich manchmal ganz gerne Rezensionen zu meinen Lieblingsbüchern durch. Am meisten lese und kommentiere ich unter Rezensionen von Büchern meiner Lieblingsautorin.

    Ich finde die Fragestellung interessant, aber Rezensionen helfen mir nicht selten zu entscheiden, ob ich ein Buch lesen werde oder nicht.

    Schönen Abend,

    Josia

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    1. Hi Josia,
      vielen Dank für deinen Kommentar, er gibt mir Hoffnung, dass man mit einer Rezension jemandem eine Entscheidung erleichtern kann. Keine Antwort zu bekommen kann ja schon sehr frustrierend sein, da fragt man sich unwillkürlich, was man falsch macht 🙂
      Ich lese wie du bei anderen auch bevorzugt Bücher, die ich sowieso lesen will, oder Bücher, deren Titel mich spontan ansprechen.
      Würde eine Rezension dir denn weniger helfen, wenn sie nicht klassisch das Buch bewertet, sondern zum Beispiel sich näher mit dem Thema des Buchs auseinandersetzt oder so?
      VG Jennifer

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      1. Ich mag ganz klassische Rezensionen eigentlich am liebsten. Die Geschichte sollte nicht komplett zusammengefasst werden, aber ich mag es trotzdem, wenn manchmal noch ein wenig mehr als bloss der Klappentext reinkopiert wird. Wenn ein Buch ein spezielles Thema behandelt, sollte das natürlich in der Rezension erwähnt werden. Listen mit Büchern, welche das selbe Thema behandeln, finde ich ebenfalls toll, aber die klassische Rezension finde ich immer noch am hilfreichsten.

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      2. Ja, die mag ich auch ganz gerne, wobei ich selbst keine Klappentexte kopiere und sie auch bei anderen ungern lese. Wer nichtmal die Handlung in 5 bis 7 Sätzen zusammenfassen kann, schreibt meist auch eher mittelgute Rezensionen 😉
        Ich glaube auch, dass reine Aufzählungslisten zwar zur Kenntnis genommen, aber nicht diskutiert werden. Was ich mir aber vorstellen könnte, ist, dass ein Beitrag, in dem 3 kürzlich gelesene Bücher noch einmal zusammengefasst und dabei auf die Rezension hingewiesen wird, Neugier weckt. Vielleicht probiert es ja mal jemand aus, bin gespannt 🙂

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      3. Ich selbst stelle oftmals zuerst den Klappentext rein und fasse dann in meinen eigenen Worten nochmals die Handlung zusammen. Dein Vorschlag klingt auf jeden Fall gut und ich fände es spannend zu sehen, wie die Reaktionen dazu ausfallen würden.

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      4. In dem Fall würde ich direkt zu deiner Zusammenfassung springen 😀 Sonst doppelt es sich ja beim Lesen total 🙂
        Ja, ich auch. Behalte in nächster Zeit meine Timeline genau im Auge und falls ich es nirgendwo anders sehe, probiere ich es vielleicht einfach mal selbst…

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      5. Ich klinke mich mal mit ein ^^ Ich denke, dass es zu einer Rezension dazu gehört das man „spezielle“ Aspekte eines Buchs immer erwähnt, gerade bei diversen Büchern die besondere Themen behandeln, ist es wichtig die auch zu beleuchten und abzuwägen, ob die gut oder schlecht dargestellt wurden. Das betrifft natürlich auch kritische oder bedenkliche Inhalte. Da kann man dann, wie ich finde, auch ruhig spoilern, nur halt mit Warnung.

        Ich zB kopiere IMMER den Klappentext ^^ fasse dann das Buch aber nicht noch mal zusammen. Dafür bin ich auch einfach zu faul. Ich habe aber auch das Gefühl, dass Blogger gerne mal mit dem Zusammenfassen übertreiben und dann fast das ganze Buch wiedergeben und das vermiest mir die Laune weitere Rezensionen zu lesen, genauso wie das Buch selbst oder zu kommentieren. Zumindest ist das meine persönliche Erfahrung bisher. Ich lasse mich aber auch gerne eines besseren belehren! 🙂

        LG

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  4. Hallo!

    Dass gerade meine Rezensionen wirklich kaum gelesen werden, ist mir auch schon länger aufgefallen – Kommentare kriege ich tatsächlich so gut wie nie, und auch die Klicks halten sich in Grenzen. Trotzdem schreibe ich sie gerne, weil das für mich zum Buchbloggen einfach dazugehört – natürlich würde ich mich über ein wenig mehr Resonanz aber auch freuen. :‘)

    Ich muss zugeben, dass Rezensionen aber auch die Art von Blogpost ist, die ich selbst an wenigsten lese – tatsächlich klicke ich wie viele meistens nur dann auf eine Rezension, wenn ich schon etwas von dem Buch gehört oder es vielleicht sogar selbst schon gelesen habe.
    Dabei ist es weniger die Angst vor Spoilern, die mich davon abhält, Rezensionen von mir unbekannten Büchern zu lesen, sondern einfach die Flut an Rezensionen, die irgendwie eine Auswahl erfordert. Bei Büchern, die ich bereits auf dem Schirm habe, interessieren mich die Meinungen anderer Leser_innen – egal, ob jetzt gut, schlecht oder mittelmäßig – eigentlich immer. Habe ich von einem Buch noch nie etwas gehört, interessiert mich aber eigentlich nur, ob der/die Blogger_in es empfehlen würde – also, ob ich es auf dem Schirm haben sollte.
    Vielleicht ist das Problem auch ein bisschen, dass wir Blogger_innen über sämtliche Plattformen bereits so mit interessanten Büchern überschüttet werden, dass kaum jemand noch die Zeit/Lust hat, aktiv nach Neuem zu suchen. Auch im Buchladen stöbere ich zum Beispiel kaum mehr in mir unbekannten Büchern, sondern lese eher in
    die rein, von denen ich auf Instagram, Twitter & Co schon gehört habe. Und auch Rezensionen dienen eben irgendwie nicht mehr primär dem Entdecken neuer Bücher, sondern vor allem der Kaufentscheidung – das ist natürlich total legitim und okay, aber irgendwie geht dabei eben doch eine (eigentlich sehr schöne!) Ebene verloren.

    Ich habe mir selbst schon öfter überlegt, was ich an meinen Rezensionen ändern könnte, damit andere sie lieber lesen. Nur noch aktuelle Neuerscheinungen oder Bestseller rezensieren? Vermehrt kontroverse Bücher diskutieren? Keine neutralen oder negativen Rezensionen mehr posten, sondern nur noch solche zu Büchern, die mich wirklich begeistern konnten? Mehr Kurzrezensionen oder Empfehlungslisten statt ausführlichen Rezensionen schreiben? Oder doch einfach so weitermachen wie bisher, und dabei riskieren, dass es am Ende eben niemanden interessiert?

    Irgendwie stellt nichts davon mich wirklich zufrieden, wahrscheinlich gibt es die ideale Lösung einfach nicht. Vielleicht würde auch irgendeine Art Blogger_innen-Aktion den nötigen Ansporn geben, bei der gemeinsam alle einen Abend pro Monat die Rezensionen anderer lesen und kommentieren – vielleicht hätten da aber doch nur Wenige aktiv Lust drauf.

    Auf jeden Fall ein sehr spannendes Thema, das bestimmt viele Blogger_innen betrifft, für das es aber doch gar keine so einfache Lösung gibt.
    Vielen Dank für deinen Beitrag! Ich denke, ich werde bei mir selbst anfangen, umd mich in Zukunft einfach wieder bemühen, selbst mehr Rezensionen zu lesen und zu kommentieren. Das wäre auf jeden Fall mal ein Anfang! 🙂

    Liebe Grüße,
    Sarah

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    1. Liebe Sarah,
      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Die von dir beschriebene Übersättigung kenne ich auch. Gänzlich unbekannte Bücher tauchen in meinem Kosmos erst auf, wenn ich sie auf mindestens drei nicht allzu eng miteinander verknüpften Blogs gesehen habe. Und in Buchhandlungen oder Verlagsseiten traue ich mich ohne festes buchiges Ziel kaum mehr. Dazu kommt ja noch, dass wir alle eine Unmenge an unterschiedlichen Genre lesen, also auch gar nicht alle Rezensionen für alle interessant sind.
      An eine Blogger*innen-Aktion hatte ich auch schon kurz gedacht, aber wenn man aus dem Zwang heraus kommentiert, weil man sich selbst quasi Kommentare auf dem eigenen Blog „erkaufen“ will, dann halte ich das gar nicht mal für sinnvoll. Zumal ich Druck nie wirklich gut finde, um eine Diskussion in Gang zu setzen. Wenn dir nun partout nichts einfällt zu einer Rezension, warum solltest du dann mit einem halbherzigen Kommentar darauf eingehen. Ich glaube auch nicht per se, dass die Rezensionen, die aktuell geschrieben werden, alle schlecht sind, das würde ich nicht als Grund annehmen, dass so wenig kommentiert wird. Aber vielleicht ist die klassische Rezension einfach zu sehr an einer Buchbesprechung wie in der Zeitung oder in der Schule – es gibt die Meinung und die nimmt man als Leser hin. Welche Diskussion sollte sich daraus entwickeln?

      Ich glaube, wir würden uns alle über mehr Austausch freuen, vielleicht gibt diese kleine Diskussion auf Twitter ja den Anfang zu einem Umdenken 🙂
      VG Jennifer

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  5. Ich lese Rezensionen auf „fremden“ Blogs eher selten. Vor allem wenn ich den Blog erst neu entdeckt habe und nicht weiss wie viel der/die Blogger_in spoilert lese ich mir zu Beginn lieber allgemeine Beiträge durch um ein Gefühl dafür zu kriegen. Zu gross ist die Angst vor Spoilern. Einige kennzeichnen zwar grosse Spoiler, fassen aber das Buch so detailliert zusammen das man gar nicht mehr das Bedürfnis hat es zu lesen.

    Bei Blogs die ich oft und gerne besuche, lese ich fast jede Rezension durch. Gerade wenn wir einen ähnlichen Büchergeschmack teilen vertraue ich den Bloggern und kaufe mir nach der Rezension das Buch. So habe ich letztes Jahr meine Lieblingsbücher „Giants“ und „Cavaliersreise“ entdeckt 🙂

    Generell mag ich Rezensionen die gut unterteilt sind. Was macht das Buch so besonders? Wieso ist es empfehlenswert? Welche zentralen Themen behandelt es? Welche Bücher/Autoren sind ähnlich? Wenn man das Buch zusammenfasst, das Cover beschreibt und die Charaktere aufs peinlichste analysiert vergeht mir die Lust das Buch und weitere Rezensionen zu lesen.
    Liebe Grüsse
    Julia

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    1. Hallo Julia,
      auf gänzlich fremden Blogs lande ich auch selten, lese auch bevorzugt meine Lieblinge. Ich glaube, das ist auch ganz normal.
      Ich finde, eine gute Rezension balanciert auf einem schmalen Grat, einerseits nicht zu detailliert zu sein, andererseits aber neugierig zu machen und eben schon ein paar Häppchen vor der Nase baumeln zu lassen. Vergleiche mit anderen Büchern oder Autoren finde ich immer gut, aber ich habe das Gefühl, dass das noch sehr selten gemacht wird, zumindest in den Rezensionen, die ich lese. Manche Sachen wie Cover-Beschreibungen haben für mich ehrlich gesagt in einer Rezension gar nichts zu suchen, höchstens im Nebensatz. Aber selbst wenn die Rezension wirklich gut gelungen ist, klagen ja scheinbar viele über die Kommentier-Unlust ihrer Leser. Das finde ich so schade und ich hoffe, dass das für 2018 kein Trend wird!
      VG Jennifer

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    2. Hey!

      Du könntest ja auch bei neuen Blogs Rezensionen lesen von Büchern, die du selbst schon gelesen hast, um rauszufinden wie die Person rezensiert… und dann entscheiden ob du den Versuch wagen möchtest, eine Rezension zu einem ungelesenem Buch zu lesen. So findest du auch raus, ob ihr den gleichen oder zumindest einen ähnlichen Büchergeschmack teilt…

      LG Hanna

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  6. Hey,

    Danke für deinen wunderbaren Artikel erst einmal ❤ Zu den Fragen die du gestellt hast.

    1. Wie nehmt ihr eure eigenen und die Rezensionen anderer wahr?
    Meine eigenen Rezensionen finde ich selbst immer am schwierigsten zu schreiben, nicht nur weil ich oft mit mir selbst gefühlt kritischer umgehe als mit dem Buch, sondern weil ich es schwierig finde überhaupt erst Maßstäbe und Bewertungskriterien für etwas so vielschichtiges wie Literatur zu finden.

    Andere Rezensionen lese ich super gerne & freue mich über jedes einzelne geschriebene Wort und über jede (1) hinter Blognamen wenn ich Morgens in der Bahn meinen Feedreader öffne um die neusten Beiträge zu finden.

    2. Was interessiert euch, wo klickt ihr gar nicht erst?

    Diversity & Young Adult Fiction sind so die Themen über die ich sowohl lese als auch selbst schreibe, weiterhin freue ich mich auch über Rezensionen zu (modern) Classics und ungewöhnlichere Genres. Gar nicht klicke ich nur bei Mangas (and I'm soo sorry about it), aber da fehlt mir der Zugang einfach für.

    3. Was muss eine Rezension beinhalten, damit ihr einen Kommentar hinterlasst?

    Ich habe mir vorgenommen bei jeder Rezension die ich wunderbar finde einen Kommentar zu hinterlassen, da gibt es glaube ich keine objektiven Kriterien an denen ich das festmachen könnte. Allerdings kommentiere ich selbst oft in Sozialen Medien anstelle in den Blogkommentaren selbst & finde das problematisch.

    Ich glaube das Hauptproblem was derzeit Blogkommentare umgibt ist, dass Diskurse über Beiträge sehr fragmentiert stattfinden, in diesem Falle auf total viele verschiedene Plattformen und nicht mit direktem Bezug unter den Beiträgen selbst, das finde ich super schade, allerdings hat sich das Nutzungsverhalten in den letzten sieben bis acht Jahren so verändert, dass die Aktivität auf offenen & freien Plattformen (wie Blogkommentarspalten) viel weniger geworden ist, und in geschlossenen & registrierungspflichtigen Plattformen (Twitter, Facebook, Goodreads) viel intensiver stattfindet.

    Außerdem fände ich es spannend, wo die jüngere Zielgruppe heute sich über Literatur & Bücher informiert. Ich selbst bin, wie viele von uns aus dieser Millenial-Alterskohorte, mit Blogs & Foren aufgewachsen, aber die meisten Kids mit denen ich durch mein Lehramtsstudium in's Gespräch komme benutzen nicht einmal Facebook (gut, ich auch nicht, da ich mich für Twitter entschieden hatte, aber das war in meinem Jahrgang quasi richtig weit verbreitet). Im Vergleich zu klassischer Literaturkritik sind wir Blogs eigentlich, zumindest in der Eigenwahrnehmung, total zugänglich & etwas niedrigschwelliger/auf Augenhöhe zur Zielgruppe (da wir ja Teil dieser Zielgruppe selbst sind), aber erreichen wir wirklich z.B. Jugendliche die was über John Greens neue Bücher lesen wollen oder finden auch unsere Diskussionen in einer eigenen Echokammer statt? Falls ja, wie können wir auch das vielleicht verändern, damit wir nicht nur uns gegenseitig kommentieren sondern auch mit Leser*innen mehr in's Gespräch kommen.

    LG, Wolki Ann

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    1. Huhu 🙂
      Ich hab ja gestern Abend schon teilen tollen Artikel gelesen (wenn auch nicht kommentiert, ich war dann einfach zu müde), vieles greifst du ja dort noch einmal auf. Dieses Verlagern der Diskussion fällt mir auch immer stärker auf, ich habe alleine gerade eine Stunde lang auf Twitter diskutiert, weil alle unter meinem Tweet zum Artikel kommentierten, statt direkt hier *handvornKopfschlag*. Ich finde das super schade, da man in Foren, Sozialen Medien oder whatever ja die Kommentare hinterher nicht mal wiederfindet, es verpufft quasi alles im leeren Raum. Anscheinend liegt es aber bei Rezensionen tatsächlich noch einmal an anderen Faktoren, warum diese seltener gelesen und kommentiert werden als zB Monatsrückblicke oder so.
      Zur Zielgruppe: Meist habe ich das Gefühl, die eigentliche Zielgruppe sind andere Blogger. Ich bezweifle auch irgendwie, dass allzu viele Nicht-Blogger sich unter die Leser mischen, denn wo sollte der Anreiz sein? Wer wirklich gerne liest und viel mitdiskutieren möchte, hat früher oder später seinen eigenen Block. Und dann beginnen kleinliche Konkurrenzkämpfe, die Energien binden, statt Diskussionspotentiale freizusetzen. Manchmal wünschte ich mir fast, es würden sich mehr Blogger zusammenschließen und gemeinsame Artikel oder Buchvorstellungen machen, das wäre bestimmt interessanter, als wenn jeder sein eigenes Süppchen rührt und es dann hinterher drei ähnlich klingende Rezensionen gibt.
      Ich bin immer noch ratlos, was man ändern kann, aber ich glaube, ich weiß nun zumindest, woher meine Unlust zuletzt kam, wenn ich eine Rezension geschrieben habe. Bin gespannt, ob 2018 eine Veränderung eintritt.
      VG Jennifer

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  7. Für mich klingen die Erkenntnisse, wann man eine Rezension liest, nachvollziehbar. Ich selbst lese fast jede, die in meinem Reader auftaucht, dafür habe ich nicht so viele Blogs abonniert. Manchmal schrecken mich Titel, Cover oder Genre ab, dann klicke ich natürlich nicht drauf. Auch, wenn sie zu lang sind, neige ich dazu, nur zu überfliegen, vor allem, wenn ich das Buch nicht interessant finde. Und wer sagt denn, dass Rezensionen immer so aufgebaut sein müssen, wie sie es sind (diese „Mainstream“-Rezensionen finde ich auch langweilig)? Ein Blog ist ein wunderbarer Ort, um mit Konventionen zu brechen. Es gibt so viele tolle Möglichkeiten, mit Sprache zu spielen, dazu kommen bei WordPress ja noch Fotos und andere Medien, Verlinkungen usw. Und ich finde nicht, dass man ein festgefahrenes Schema F benötigt, sondern kann das ja je nach Buch variieren. Zum Beispiel rezensiere ich ein Sachbuch anders als einen Roman, weil es sich erstens anbietet und ich zweitens nicht einfach die Fakten bewerten und nennen kann, davon lebt es ja und mir fehlt die Expertise dazu.

    Was mich an den „Mainstream“-Rezensionen oft stört, ist, dass sie mir zu höflich sind. Es gibt nun mal Aspekte, die einem nicht gefallen und die kann man meiner Meinung nach ruhig nennen. Der Standardsatz im Fazit klingt jedoch ungefähr so „Das Buch ist ein absoluter Lesetipp, zwar sind ein paar Längen drin, aber es ist so mitreißend und spannend und solltet ihr unbedingt lesen!“. Sowas klingt für mich unglaubwürdig und wischiwaschi. Ich glaube nicht, dass irgendein Autor, geschweige denn ein Verlag, beleidigt ist, wenn man seine Meinung subjektiv und konstruktiv darlegt. Vielleicht liegt es tatsächlich daran, dass meist nur Bücher vorgestellt werden, die die Blogger positiv fanden. Ich finde das eigentlich sehr schade, denn ich abonniere Buchblogger aus Sympathie oder Lesegeschmack und dann interessiert mich wirklich alles, was er/sie liest. Mein Fazit ist also, dass mir die meisten Rezensionen zu nichtssagend, unbegründet und höflich sind. (Ich spreche damit nicht deine Rezensionen an, das ist mir nur mal allgemein bei vielen Buchbloggern aufgefallen!) 🙂

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    1. Hi Siri,
      Ich selbst folge zB sehr vielen Blogs, weil ich mich mit vielen austauschen möchte, aber ich lese nicht zwangsläufig alle Rezensionen. Viele sind auch einfach in anderen Genre unterwegs, als ich lesen mag, da lese ich dann nur Kolumnen oder Monatsrückblicke.
      Ich glaube, die meisten halten sich beim Schreiben von Rezensionen an ein bestimmtes Muster oder Schema, weil es einfacher ist, als jedes Mal das Rad neu zu erfinden 😀 Aber ja, natürlich könnte man viel kreativer mit Buchvorstellungen umgehen. Ich finde auch so Sachen wie eine bewusst spoilernde Rezensionen oder eine Art Parodie auf das Buch mal spannend.
      Was die Höflichkeit angeht: Ich glaube, dass ich zum großen Teil einfach ein Respekt oder eine Art positive Grundhaltung gegenüber Verlagen und Autoren, die bei einigen ja schon an Verehrung grenzt. Zumal ich auch zurückscheuen würde, absolute Rants zu schreiben. Und da man ja, wie du selbst schreibst, vor allem die als gut empfundenen Bücher vorstellt, bleiben die positiven und nichtssagenden Rezensionen wohl nicht aus.
      Ich überlege gerade selbst, ob ich nach den Diskussionen hier etwas an meiner nächsten Rezension anders machen werde….
      VG Jennifer

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  8. Vieles von dem, was ich sagen wollte, wurde hier schon gesagt, deswegen spare ich mir allzu lange Ausführungen.

    Was mir in dem Kontext aufgefallen ist, dass auf Blogs anderer Ausrichtung mehr, oft aber auch oberflächlicher kommentiert wird. Mit der „Essen aus Büchern“-Reihe kratze ich ja immer an der Food-Blogosphäre, und da wird tatsächlich (deutlich) mehr kommentiert, oft aber auch super oberflächlich. „Hey, tolles Rezept, probier ich mal aus, hier ein Link zu meinem Blog:“ Eben auch unter Sachen, die ich sehr eindeutig als nicht so wahnsinnig toll beschrieben habe. Womit ich nicht sagen will, dass da nur oberflächlich kommentiert wird, aber als Leserin von vor allem Buchblogs fällt mir das schon auf, dass die „Diskussion“ oft aus 20+ Kommentaren besteht, die teils nur aus „voll toll, hier mein Blog“ bestehen.

    Zum anderen fällt mir auf, dass manche BloggerInnen ihre Kommentarsektion geradezu stiefmütterlich behandeln. Wenn lange und engagierte Kommentare einfach so stehengelassen werden, u.U. nicht mal darin gestellte Fragen beantwortet werden, dann kommentiert eben irgendwann auch keiner mehr. Das betrifft nun sicher nur eine winzige Minderheit, aber eine Diskussion will eben auch gepflegt werden.

    Ich persönlich finde Kommentier-Fragen am Ende immer ganz gut, aber die muss dann eben auch gut überlegt sein. Mich persönlich spricht das zumindest immer an, allerdings sehe ich auch unter solchen Fragen oft nur spärliche Kommentare. Es ist offenbar nicht so ganz einfach 🙂

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    1. Hi Marion,
      oh weh, das Kommentare ewig nicht beantworten ist mir auch schon passiert. Ich denke, da spielt auch rein, wie viel Zeit man überhaupt für den Blog aufwenden kann oder will (insbesondere spontane Zeit). Natürlich sollte man aber auch dort Liebe und Mühe investieren, sonst hat man bald gar keine Leser mehr.
      Dass es in anderen Blog-Bereichen anders kommentiert wird, wurde mir auf Twitter auch sehr schnell geantwortet. Wobei ich mich frage, ob dann viele nichtssagende Kommentare tatsächlich positiver sind. Was nutzt es mir, wenn dort dreimal steht „Schönes Buch, mochte ich“. Das hat mit Diskussion ja auch nicht wirklich zu tun.

      Kommentier-Fragen am Ende mag ich auch gerne, ich experimentiere seit ca. einem Monat auch damit. Ich finde es nur auch gar nicht so einfach, passende Fragen zu stellen. Es bleibt das Problem, dass eben nicht jeder Leser einer Rezension auch das Buch gelesen hat. Insofern lässt sich das Problem der fehlenden Kommentare wohl wirklich nicht zufriedenstellend lösen.
      VG Jennifer

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      1. Mir passiert das natürlich auch. Vor allem, wenn Kommentare in den Spam sortiert werden, obwohl sie da nicht hingehören. Da guck ich nur extrem selten mal rein. Außerdem seh ich Kommentar-Meldungen oft auf dem Handy, antworte aber da ungern. Bis ich dann zu Hause bin, hab ich es manchmal einfach vergessen, dass ich da noch was beantworten wollte… Naja.

        Und Kommentare ohne Mehrwert finde ich in der Häufung mehr ärgerlich als hilfreich. Auch wenn ich selbst natürlich auch nicht immer wahnsinnig smarte Sachen schreibe.

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      2. Ja, der Spam-Ordner ist wirklich trügerisch. Da schau ich auch selten rein. Bei den sonstigen Kommentaren geht es mir wie dir: Ich sehe sie auf dem Handy, vergesse sie dann aber oder habe keine Lust zu antworten. Früher habe ich mich bemüht innerhalb eines Tages zu antworten, heute warte ich durchaus auch mal, bis ich das nächste Mal bloggen möchte. Man will ja auch, dass das Bloggen Spaß macht und sich selbst keinen Druck aufbauen…

        Ja, geht mir ähnlich. Ich vermeide auch Kommentare, wo ich nicht mehr als zwei Sätze zu sagen habe. Andererseits ein Lob oder mal ein positiver Zuspruch freuen andere bestimmt auch einmal 🙂
        VG Jennifer

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  9. Hallo Jennifer,
    gute Fragen, die so oder so ähnlich wohl immer mal wieder aufkommen!

    Bei mir werden Rezensionen, abhängig vom Buch, zwar teilweise recht häufig geklickt, aber Kommentare erhalte ich so gut wie nie dazu. Bei allgemeineren Themen wie Diskussionsfragen, Persönlichem o.ä. sieht das anders aus. Ich vermute, es liegt oft mit daran, dass bei letzteren einfach mehr Leute mitreden können. Man muss kein spezifisches Buch gelesen haben, sich nicht unbedingt in einem Genre besonders auskennen und kann im Prinzip als x-beliebiger Ottonormalleser mitreden. Wäre bei Rezensionen im Grunde zwar auch möglich (immerhin könnte man auch vorm Lesen schreiben, ob einen das Buch anspricht und wenn ja (oder nein) warum), aber ich glaube, das macht kaum einer. Wie du auch schreibst: die meisten lesen vorher meine Rezensionen und danach fallen sie hinten über.

    Ich selbst versuche meist wenigstens die Rezensionen von anderen Bloggern zu kommentieren, bei denen ich das Buch selbst gelesen habe, aber auch dieses Vorgehen scheint häufig ein Auslaufmodell zu sein.

    Insgesamt, denke ich, sollten Rezensionen prägnant und gut strukturiert sein. Wenn ich einen ewig langen Text vorgesetzt bekomme, der nur einige wenige Absätze hat, schreckt mich das häufig ab. Bilder könnten hier zwar helfen, aber da ich viel am Tablet lese und somit jedes Bild mehr scrollen bedeutet, mag ich eher Rezensionen mit einem Bild am Anfang/ Ende und dann gut strukturierten Text mit Absätzen und, wenn der Text länger ist, Zwischenüberschriften.

    Über die Frage, wie Rezensionen anders gestaltet werden können, mache ich mir auch immer wieder mal Gedanken. Zuletzt hatte ich die Idee, die Höhe- und Tiefpunkte aufzulisten, statt eine richtige Rezension zu schreiben (quasi eine Art Top/ Flop 3 o.ä.), aber da hab ich wieder die Sorge, dass zu viel ungesagt bleibt und die bloße Auflistung mit evtl. kurzer Erklärung dem Buch nicht gerecht wird. Ich weiß auch nicht … Ist immer wieder eine schwere Frage.

    Angesichts von Kurzmitteilungsdiensten und unserer sich wandelnden Kommunikation geht es ja eigentlich auch eher zu kurzen Texten und unsere Rezensionen fallen da einfach raus. Wenn es dann keine Themen wie zB in Diskussionen sind, die einen persönlich ansprechen, klicken wohl viele gleich weg. Vielleicht müssten die Rezensionen insgesamt noch knapper und prägnanter werden. Vielleicht müsste sich damit auch ihr Stil ändern und die Rezension sollte in mehrere „Informationshappen“ (vielleicht jeweils in Tweet-Länge?) gesplittet werden. Aber wird das einem Buch dann noch gerecht? Und wozu dann auf Blogs schreiben, wenn wir die Meinungen auch gleich in die Social Media Kanäle tippen könnten, wo aktuell mehr Austausch ist?

    Du siehst, ich bin auch haltlos überfragt und hab keinen Schimmer, wo es hin gehen könnte 😉
    Vielleicht müssen wir auch einfach abwarten, guten Content liefern und es wird sich mit der Zeit wieder bessern, wer weiß das schon?

    Liebe Grüße
    Sarah

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    1. Liebe Sarah,
      kürzere (aber trotzdem aussagekräftige) Rezensionen mag ich auch lieber 🙂
      Ja, ich denke, dass Problem ist wirklich, dass sich die Diskussion allzu oft auf Twitter verlagert. Das finde ich sehr schade.
      Die Idee mit den Top/Flop 3 finde ich gar nicht so schlecht. Ich glaube, vor allem muss man die Neugier an Rezensionen wieder neu wecken. Wobei das auch in anderen Kommentaren schon angesprochen wurde: Das Hauptproblem ist, dass die Leser der Rezension meist das Buch noch nicht kennen und danach nicht mehr wiederkommen. Dafür gibt es wohl leider kein spontanes Heilmittel. Ich will auch gar nicht dafür plädieren, dass Rezensionen abgeschafft werden sollte (um Gottes Willen), aber vielleicht sollte man trotzdem alles ein wenig peppiger, kreativer machen. Wie auch Siri schon schrieb, kann man im Internet neues ausprobieren und warum versuchen wir eigentlich krampfhaft Rezensionen nach Muster zu machen. Wir wollen ja eben nicht die Erweiterung des Feuilletons sein^^
      Ich bin gespannt, welche Anregungen ich aus dem Beitrag ziehe und ob andere sich vielleicht auch angeregt sehen. Ich behalte jedenfalls die nächsten Rezensionen aller Diskutanten neugierig im Auge 😉
      VG Jennifer

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      1. Ach ja, und natürlich kommt die Frage immer wieder mal auf. Ich behaupte gar nicht, dass diese Erkenntnisse hier bahnbrechend und noch nie gedacht sind. Aber ich finde, man kann den Finger ja dennoch hin und wieder mal auf ein Problem legen, alleine schon wegen der hier losgegangenen Diskussionen (von Twitter möchte ich ganz schweigen) ist es Gold wert gewesen und ich würde es jederzeit wieder tun. Ich hab so viele Anregungen für meine nächste Rezension erhalten, es ist unglaublich 🙂

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  10. Guten Morgen liebe Jennifer und frohes neues Jahr!
    Zunächst möchte ich mich bei dir für die Verlinkung bedanken, darüber freue ich mich wirklich sehr. ❤

    Aber nun zu deinem Beitrag: Meine Rezensionen werden zwar im Vergleich zu normalen Beiträgen weniger geklickt und noch seltener wird unter ihnen kommentiert, aber damit kann ich gut leben.
    Vor einem guten Jahr noch sahen meine Rezensionen nämlich ganz anders aus als jetzt. Ich beschrieb in ihnen den Schreibstil, den Aufbau, ging auf Details und Thematik ein – kurzum, ich analysierte und interpretierte, wie vor Jahren einmal im Deutschunterricht. Und ich muss gestehen, dass mir das nach und nach den Spaß nahm. Ich stellte mir also die Frage, ob ich es weiterhin so beibehalten sollte, wo es schließlich überall heißt, dass man so Rezensionen schreibt, oder ob ich etwas ändere und genau das tat ich. Allerdings nicht für meine Leser, sondern für mich und das ist hier ausschlaggebend. Als ich vor 2 1/2 Jahren meinen Blog gründete, tat ich das, weil ich meine Begeisterung (oder eben auch Enttäuschung) teilen wollte und genau das mache ich jetzt in meinen Buchbesprechungen. In den allermeisten Fällen komplett spoilerfrei erzähle ich meinen Lesern, was ich beim lesen empfunden und gedacht habe und warum und damit geht es mir gut. Es macht mir wieder Spaß! Würde ich jetzt im Netz fragen, was ich ändern soll, damit mehr kommentiert wird, würde ich mich wahrscheinlich wieder in eine Zwangsjacke gesteckt fühlen und das will ich nicht. Es ist mein Blog und den möchte ich führen, wie ich es möchte. Übrigens nenne ich meine "Rezensionen" Buchbesprechungen und allein dieses kleine Wörtchen gibt mir ein Gefühl von Freiheit. Freiheit, mich nicht an irgendwelche Format-Vorgaben halten zu müssen.

    Selbst lese ich natürlich auch auf anderen Blogs – auch Rezensionen. Habe ich ein Buch noch nicht gelesen, es aber definitiv vor, lese ich nur das Fazit. Habe ich ein Buch nicht gelesen und bin unsicher, ob ich es überhaupt tun möchte, lese ich die gesamte Rezension. Ebenso, wenn ich das Buch kenne. Aber: ich lese keine Mammutrezensionen! Manchem mag ich damit Unrecht tun, aber ich will das Risiko einfach nicht eingehen, dass ich bei so einer langen Rezension viel mehr über das Buch erfahre, als ich wissen möchte. Ich möchte neugierig gemacht werden und keine Analyse lesen, die es am Ende überflüssig machen, das Buch selbst zu lesen, weil ich A) bereits alles wichtige weiß und mir B) mit der Rezension eine gewisse Meinung mitgeliefert wurde.

    Ganz liebe Grüße,
    Maike

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    1. Hallo Maike,
      dir auch noch ein frohes neues Jahr nachträglich 🙂

      Ich finde gar nicht, dass man so schreiben sollte, wie Leser es fordern, nur um da irgendwas zu bedienen. Dafür ist es ja ein freier Blog und wir keine Angestellten, dass wir tun und lassen können, was wir wollen. Aber ich frage mich eben doch, ob es nur an der Textsorte Rezension liegt, das zunehmend weniger kommentiert wird oder ob nicht doch die Leser einfach ein wenig kommentierfauler geworden sind. Schau mal in den Link von Inktroversion, da wird auch nochmal dargelegt, wie Diskussionen sich verlagern. Und da frage ich mich schon, warum und vor allem, was kann man da tun? Ich hatte ursprünglich im Titel fragen wollen, ob die Rezension ein neues Image braucht, aber das ging mir dann doch zu weit. Ich wünsche mir einfach mehr Austausch über Bücher, denn sonst könnte ich ja auch alleine lesen, wenn sich meine Leser gar nicht mehr für die Bücher interessieren sollten…
      Auf keinen Fall würde ich aber jemanden „zwingen“ wollen, sein für ihn oder sie funktionierendes System zu ändern, nur um mehr Kommentare zu bekommen! Das lag wirklich nicht in meiner Intention und ist auch hoffentlich nicht so bei dir angekommen…
      VG Jennifer

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      1. Ganz und gar nicht, liebe Jennifer! 🙂
        Natürlich hast du Recht: es wird weniger kommentiert. Das wird zum einen daran liegen, dass ein Kommentar Zeit braucht und viele Leser die nicht haben (ganz oft werden Beiträge ja quasi zwischen Tür und Angel am Smartphone gelesen) und wenn, dann investieren sie sie in ausgewählte Beiträge und zum anderen wohl auch daran, dass ganz viele Leute inzwischen diskussionsgeschädigt sind. Es wurde in der Vergangenheit sehr viel gestritten, beleidigt, auseinandergepflügt und dieser vorherrschende Ton hat bei so einigen die Lust genommen. Ich kann das verstehen, auch, wenn mich der Rückgang an Austausch ebenso traurig stimmt, wie dich. Aber ich habe die Hoffnung, dass sich das wieder legt und der Spaß an Diskussionen zurückkommt.

        Übrigens würde ich dazu tendieren, Diskussionen nicht unter Rezensionen zu führe, um eventuelle Spoiler, die beim fleißigen Argumentieren und Widerlegen mit einfließen, zu vermeiden. Ansprechender fänd ich es da, wenn man einen Beitrag über Thema X schreibt und darin dann zB Bücher, die dieses Thema in irgendeiner Weise aufgreifen, miteinander vergleicht (Uh, Idee! :D) und daraus eine Diskussion anregt.

        Liebe Grüße,
        Maike

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      2. Hallo Maike,
        ja, diese Idee kam weiter unten bei Nela und mir auch schon auf 🙂 Ich denke, das könnte eine gute Ergänzung zu Rezensionen werden 🙂
        Wobei ich Diskussionen unter Rezensionen auch nicht schlimm finde, denn ob man die Rezension liest oder auch noch die Kommentare darunter, sind ja zwei verschiedene Paar Schuh.

        Ja, den Diskussionsfrust hast du in deinem Beitrag auch gut beschrieben. Davon bin ich noch nicht geschädigt, weil ich ja erst seit gut einem Jahr blogge 😀 Und auch erst seit August (oder September, weiß ich gar nicht mehr sooo genau) treibe ich mich zusätzlich auf Twitter rum. Also gingen Streitereien bisher an mir vorüber. Vor allem diese Verlagerung von Diskussion auf Twitter und Co finde ich aber auch ganz schlimm! Das ist mehr als mühsam…
        Ich hoffe, 2018 wird ein gutes und diskussionsfreudiges Jahr für uns alle 🙂
        VG Jennifer

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  11. Hallo Jennifer,

    ach herrje! Jetzt habe ich einen ellenlangen Kommentar geschrieben, ihn nochmals durchgelesen und alles wieder gelöscht, weil er einfach so blöd klang. Also nächster Versuch 🙂
    Ich persönlich störe mich nicht gross an den wenigen Kommentaren unter meinen Rezensionen, denn wenn ich meine Blogstatistik von letztem Jahr so betrachte sind unter den fünf am häufigsten angeklickten Beiträgen drei Rezensionen. Sie werden also gesucht, gefunden, und gelesen. Ich möchte dann nicht von allen Leser*innen Kommentare darunter habe wie „Tolle Rezi!“ oder „Das sehe ich auch so.“ oder „Schade hast du es nicht gemocht, ich habe es geliebt.“ Natürlich freue ich mich, wenn das jemand tut, aber eine Diskussion ergibt sich daraus auch nicht (ausser vielleicht aus dem letzten der Beispielkommis). Mir ist es also wichtiger, dass ich einfach weiss, dass sie gelesen werden.
    Ich glaube, wenn man explizit eine Diskussion anregen möchte, dann muss man das mit einem separaten Beitrag tun, wo man vielleicht Bücher zu ähnlichen Themen vorstellt (vielleicht hat man sie ja vorgängig schon auf dem Blog besprochen) und dann einzelne Aspekte eingehender beleuchtet und eben diskutiert. Das finde ich auch gar nicht schlimm, denn so kann in einer Rezension doch auf das gesamte Buch eingegangen werden, während in Diskussionsbeiträgen einzelne Aspekte näher beleuchtet werden. So macht das für mich persönlich auch mehr Sinn. Mir wäre es zu viel, wenn das auch noch in Rezensionen stattfinden würde (also ein Stück weit gerne, so als Andeutung, aber nicht bis ins kleinste Detail). Aber so sind wahrscheinlich die Meinungen verschieden, wie wir alle verschieden sind.
    „Klassische“ Rezensionen sind aber für mich das A und O eines Buchblogs. Gäbe es sie nicht, würde etwas wesentliches fehlen.

    Ich hoffe, ich konnte mich jetzt einigermassen verständlich machen. Irgendwie liest sich der Kommentar immer noch komisch für mich und ich habe immer noch das Gefühl, nur die hälfte von dem gesagt zu haben, was ich eigentlich wollte… Tja nu. Ich schick ihn jetzt trotzdem los. 🙂

    Grüessli, Nela

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    1. Hallo Nela,
      ich glaube, ich verstehe dich schon 🙂
      Ich wollte auch mit meinem Beitrag gar nicht dafür plädieren, dass man jetzt keine Rezensionen mehr schreiben sollte. Aber wenn man sich mehr Austausch wünscht, finde ich solche Artikel über zB themenähnliche Bücher, wie du es beschreibst, eine gute Möglichkeit. Diese würden die Rezension aufgreifen und vielleicht auch wirklich eine Diskussion anstoßen können! 🙂 Das wäre doch auf jeden Fall eine tolle Erfahrung.
      Zwar sind bei mir die Rezensionen nicht so gut gelesen, wie es bei dir der Fall zu sein scheint, aber beschweren kann ich mich wahrlich auch nicht. Ich sehe oder höre aber oft Blogger*innen, die sehr unglücklich sind, deren Rezension vielleicht nur 5mal gelesen wurde. Inwieweit das mit Übersättigung durch zu viel Bücher, zu viel Buchblogs oder mit fehlender Qualität zu tun hat, ist natürlich ein anderes großes Thema.
      Bevor sich auf einem Blog aber nur noch Monatsrückblicke, Challenges oder Montagsfragen finden, weil diese nunmal geklickt und kommentiert werden, wünsche ich mir, dass bei uns allen wieder das Buch in den Fokus rückt und dazu wollte ich anregen 🙂
      Ein paar tolle Ideen sind auch aufgekommen, beispielsweise, dass man ja mal eine bewusst spoilernde Rezension schreiben könnte oder ähnliches. Ich fühle mich jedenfalls sehr inspiriert durch die Diskussion und bin es zufrieden 🙂
      VG Jennifer

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    2. Das sehe ich sehr ähnlich, wenn nicht sogar genau so. Diskussionen über bestimmte Themen eines Buches gehören in einen extra Beitrag, weil sie den Rahmen einer Rezension wohl sprengen würden. Das habe ich auch ganz oben schon einmal angesprochen. 😉 Und für mich sind Rezensionen auch das A und O eines Buchblogs! Ohne die geht gar nichts. ^^

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  12. Du hast recht, dafür bloggen wir eigentlich: Für den Austausch über die Bücher. Manchmal vergesse ich das selber ganz. Ich versuche eingentlich immer etwas zu kommentieren, wenn ich das Buch selber schon gelesen habe. Das kommt bei mir aber leider nicht so oft vor, wie ich es mir wünschen würde: Da ich ja „erst“ 16 bin, lese ich vieles eben nicht so gerne, was andere Blogger lesen. So schrecke ich zum Beispiel unglaublich vor Klassikern zurück, und so weiter. Wenn es allerdings schon sehr lange her ist, dass ich das Buch gelesen habe, dann interessiert es mich auch nicht mehr allzu sehr, weil ich inzwischen andere Bücher im Kopf habe. Ich glaube, das Problem ist einfach, dass es zu wenig Schnittmenge gibt – die Bandbreite an Büchern, die auf dem Markt sind, ist einfach zu groß als dass sich jede Rezension, die von anderen Bloggern hochgeladen wird, irgendwie mit meinem SuB, meiner WuLi, oder den Büchern, die ich schon gelesen habe, überschneidet. Ich habe schließlich keine Lust, eine ellenlange Rezension eines Buches zu lesen, von dem ich noch nie gehört habe, oder dass mich gar nicht interessiert.

    In meinen Augen sollte man nichts an den Rezensionen umstellen, es gibt nur eine Lösung für das Problem: Man muss mehr in Gruppen lesen, sich mehr absprechen. Vielleicht mit einigen Bloggern darauf einigen, dass alle das Buch lesen und eine Rezi veröffentlichen, sobald es draußen ist. Dann kann man bei den anderen kommentieren und eine Diskussion anfangen. Vielleicht weckt man so ja das Interesse anderer Leser, das Buch ebenfalls zu lesen, und sich der Debatte anzuschließen.

    Was eventuell außerdem hilft, das ist, wenn Blogger unter ihren Rezensionen Fragen formulieren, wie zum Beispiel „Habt ihr das Buch genauso empfunden wie ich?“ oder „Was sagt ihr zu dem Thema XY?“ Dadurch könnten dann auch Diskussionen unter Bloggern entstehen, die das Buch eventuell noch nicht gelesen haben.

    Danke für diesen Beitrag, es ich doch immer wieder interessant, über soetwas nachzudenken, um unsere Bloggercommunity noch ein Stück besser zu machen!

    Liebe Grüße

    Lili

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    1. Liebe Lili,
      ja, das Problem kennen wir denke ich alle: Jeder von uns liest andere Bücher, andere Genre. Die wenigsten Rezensionen, die ich bei anderen sehe, interessieren mich. Das ist traurig, aber wahr, und wohl auch nicht zu ändern.

      Die Idee mit den Leserunden finde ich dagegen ganz interessant. Da könnten sich unterschiedliche Blogger ja auch auf unterschiedliche Aspekte konzentrieren, die sie interessieren. Das würde die Diskussion glaube ich sehr bereichern.
      Ich denke, für mein nächstes Buch, suche ich mir auf Twitter wirklich mal ein paar Gleichgesinnte, einen Versuch ist es wert 🙂
      Vielen Dank dir für den Input! 🙂

      Die anderen Vorschläge: Die Fragen am Ende, wurden anderweitig auch schon diskutiert. Ich habe das auch mal ausprobiert, es hat ein wenig angeregt, aber das Problem so auch nicht wirklich gelöst. Dennoch werde ich auch das weiter ausbauen, denke ich 🙂
      Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob auch andere kleine Anregungen durch die Diskussion hier erhalten und werde meinen Reader demnächst genau im Auge behalten 🙂
      VG Jennifer

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    2. Ich finde deine Idee wirklich klasse. Vor allem sich als Blogger nochmal gegenseitig besser zu vernetzen und zu unterstützen. Ich empfinde es leider so, als hätten sich schon Bloggergruppen gebildet und es ist sehr schwer als neuer kleiner Blogger da Anschluss zu finden. So ein vernetztes Lesen wäre wirklich eine tolle Sache bei der man 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen kann.

      Man muss eben auch mal raus aus der Komfortzone und Neues wagen. Auch was Lesegewohnheiten angeht, denn das fördert auch eine Diskussion. Wenn man ein Fantasyroman liest und diesen mit jemandem bespricht, der eigentlich kaum Fnatasy liest so können neue und interessante Themen aus verschiedenen Blickwinkeln entstehen.

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      1. Hallo Lexi,
        ich kannte am Anfang auch keinen, hab einfach frech welche aus der gleichen Stadt angeschrieben 🙂 Das kann ich als Tipp sehr empfehlen. Und ansonsten habe ich mir einfach Leute mit ähnlichem Buchgeschmack gesucht. Nach meiner Erfahrung sind die Buchmenschen alle sehr nett 🙂 Natürlich entstehen Gruppen (es gibt einfach zu viele Buchblogger, als dass alle mit allen gut könnten), aber ich glaube nicht, dass man nicht immer noch andere Blogger kennen lernen kann.

        Das mit den Leserunden finde ich vor allem deshalb schön, weil dann mein Bedürfnis nach Austausch befriedigt wird 😀 Die Frage wäre (kam gestern auch schon auf Twitter auf) wie man denn die anderen für eine Leserunde finden soll. Da scheint es noch nicht so eine gute Lösung zu geben. Ich habe bisher einfach Leute angequatscht, die sowieso gerade anfingen das jeweilige Buch zu lesen. Allerdings kannte ich diese Blogger auch schon vorher. Vielleicht muss man also einmal über seinen eigenen Schatten springen und sich zu fragen trauen. 🙂
        VG Jennifer

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      2. Ja, das mit den Gruppen stimmt irgendwo, und auch, dass es da schwer ist, Leute kennen zu lernen. Vielleicht sollten sich dann die kleinen Blogs einfach mal vernetzen 🙂 Also wenn du Lust hast können wir ja mal etwas gemeinsam lesen, vielleicht macht Jennifer ja auch mit, und dann sind wir schon zu dritt. Und dann fragen wir mal rum, wer noch so Lust hat. Und schon können wir diskutieren…

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      3. Ich glaube auch, dass es einfacher ist, sich erstmal mit wenigen Leuten zu einer Kleingruppe zusammen zu schließen, bevor man nach einer Lesegruppe mit 20 Teilnehmern sucht. Wenn wir ein Buch finden, dass uns alle drei interessiert, bin ich gerne dabei 🙂

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      4. Ich hätte Lust zu etwas außergewöhnlichem Fantasy oder sowas in der Art, eben nicht so 08/15… Mir ist eigentlich egal, was, ich könnte das Buch dann einfach anschaffen. Mein SuB ist nicht so hoch, den findest du auf meiner Seite (https://lilibookworm.wordpress.com/sub/), kannst ja mal schauen ob sich da was überschneidet. Wenn ich mir das so anschaue würde mich gerade „Der Junge auf dem Berg“ sehr interessieren. Aber wie gesagt, wozu du auch Lust hast. Hast du denn rigendwo deinen SuB verzeichnet?

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      5. Ich habe meinen SuB noch nicht online, weil ich die Liste momentan noch am bearbeiten bin. Ich bin gerade deinen SuB durchgegangen und habe eine Überschneidung entdeckt. Die Magisterism-Reihe will ich schon seit langer Zeit mal anfangen. Ich habe das Buch zwar noch nicht da aber das kann ich mir ja besorgen. Ansonsten wollte ich bald auch mit „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara anfangen. Nach allem was man so hört ist das kein 08/15 Buch 🙂

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      6. Also eher würde ich bei „Ein wenig Leben mitmachen“, mit Cassandra Clare habe ich es nicht so…
        Ich erwarte allerdings demnächst noch zwei Rezensionsexemplare, die ich dann zeitnah lesen muss, deshalb würde ich vorschlagen, dass ihr zwei ja Magisterium ohne mich lesen könnt und wir uns dann einen schönen Termin für Ein wenig Leben suchen.
        Was haltet ihr davon?

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      7. Das hört sich doch super an! Ich wäre dabei. Dann würde ich jetzt ersmal das Buch beenden, das ich gerade lese, und dann mache ich mich an Magisterium. Für die Rezension können wir uns dann ja einen Termin überlegen. Ich bin gespannt 🙂

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  13. Zuerst einmal glaube ich nicht, dass es ein Konzept der Rezension gibt, im engsten Sinne des Begriffs. Es gibt Rezension oder es gibt sie nicht; der Begriff des Konzepts schwebt hier frei in der Luft und hat keine Bedeutung.

    Für mich gibt es zwei Anhaltspunkte, wenn es um die Frage von Rezensionen geht, wie man sie schreibt und wer sie lesen soll.
    1) Wie viele Rezensionen liest man selbst so, als Rezensent? Und wie viele der gelesenen Kritiken kommentiert man dann, um einen Austausch zum Buch in Gang zu setzen?
    2) Legt man genauso viel Entwicklung, Zeit und Kreativität in die Buchbesprechung, wie man sich das vom Schriftsteller wünscht?

    Entsetzlich finde ich die geschmäcklerischen Ein- Zweizeiler auf Amazon, die eine enge Beziehung eingehen mit all den gekauften, und in Serie erstellten „Kunden“Rezensionen. Vor Internetzeiten war allein schon die Tatsache, dass ein Buch besprochen wurde, eine Sache – und ist es auch heute noch, wenn ein Buch in einer renommierten Zeitung rezensiert wird. Für sehr viele Schriftsteller, die sich früher geradezu dafür abgestrampelt haben, ihre Werke auf Buchblogs zu präsentieren, legen keinen Wert mehr darauf. In verschiedenen Diskussionen habe ich herausgehört, dass für viele ernsthafte Schriftsteller, die schon über ein gewisses Ansehen verfügen, eine Rezension auf einem Buchblog eher nicht so prickelnd ist, weil diesen Buchblogs meist etwas Liebhaberisches, Naives und Banales anhaftet. Nachdem meine eigenen Bücher eher in großen Tageszeitungen besprochen werden, habe ich mit Rezensionen auf Buchblogs bislang nicht befasst, bis mir dieses Thema auf Twitter ins Auge rutschte 🙂

    Also habe ich einige Buchblogs angesehen und ein paar Rezensionen gelesen und teile nun die Meinung einiger anderer Schriftsteller, dass es, wenn man als Schriftsteller auch Wert darauf legt, wie man wahrgenommen wird, besser ist, nicht auf einem Buchblog besprochen zu werden. Sehr, sehr viele Besprechungen sind von kleinkindhafter Betulichkeit, und im Text wird sehr oft die Person des Rezensenten in den Vordergrund gerückt. Die Rezensionen sind auf Oberflächliches fokussiert, den meisten haftet zu viel Selbstgefälligkeit an, ungesagt schwingt oft mit: „Mein Urteil hat Bedeutung!“

    Hat es nicht.

    Die Umsatzzahlen werden durch Besprechungen in Buchblogs nicht signifikant beeinflusst. Nicht einmal Rezensionen im Standard, Kurier, in der FAZ oder im Spiegel bewirken größere Ausschläge auf dem Buchmarkt. Dementsprechend banal und zu vernachlässigen sind die Amazon Rezensionen – und da ganz besonders in der Selfpublisherszene, wo sich Autoren gegenseitig 1*-Rezis um die Ohren hauen, weil beide zufälligerweise im gleichen Genre nach Lesern fischen und sich gegenseitig jeden Leser bis aufs Blut neiden.

    Kurz: So wie es nur wenige bedeutsame Bücher pro Jahr gibt, findet man auch nur sehr wenige lesenswerte, kluge und inhaltlich ansprechende Rezensionen. Wer wissen will, wie man Rezensionen verfasst, die wirklich gelesen werden, die informieren und Freude bereiten, sollte mal von Jorge Luis Borges das Buch „Persönliche Bibliothek“ lesen: https://www.amazon.de/Pers%C3%B6nliche-Bibliothek-Vorworte-Borges-Taschenbuchausgabe/dp/3596105943

    Womöglich braucht also die Rezension an und für sich kein neues Konzept, sondern einfach nur Rezensenten, die mit ihrer Aufgabe und Leidenschaft wachsen?

    Liebe Grüße,
    Peter

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    1. Lieber Peter,
      leider ist dein sehr interessanter Kommentar zuerst im Spam gelandet, wahrscheinlich wegen des Links zu Amazon. Zum Glück habe ich ihn dennoch gesehen.
      Dass es das eine Konzept von „Rezension“ gibt, wollte ich gar nicht andeuten. Natürlich gibt es große Unterschiede sowohl bei verschiedenen Rezensenten als auch bei verschiedenen Rezensionen desselben Rezensenten. An die von dir erwähnten 2-Zeiler-Rezensionen, unabhängig davon ob nun auf Amazon, in Leseforen oder auf Blogs, denke ich im Übrigen gar nicht, wenn ich über Rezensionen spreche oder nachdenke. Aber natürlich hast du in dem Punkt Recht: Auch Qualität und Quantität haben einen Einfluss auf die Diskussionsbereitsschaft oder eben das Fehlen derselbigen.

      Deine Kritik aus Autorensicht kann ich übrigens gut nachvollziehen. Schon bei der Verleihung des unsinnigen 1. Buchblog-AWARDs auf der Frankfurter Buchmesse 2017 habe ich mir gedacht, dass der Hype um Buchblogs wohl ein wenig zu groß eingeschätzt wird. Sicherlich haben wir keinen Einfluss auf Absatzzahlen und gewiss ist auch die Aufmerksamkeit, die Bücher durch Blogs erhalten mehr als gering und nur innerhalb unserer kleinen Blase gegeben. Dennoch ist die Buchblog-Szene, oder vielmehr sind die Szenen, natürlich divers. Was ich an der Szene bereichernd finde, ist, wie vielfältig junge Leute sich mit Büchern beschäftigen. Dass dies in einer anderen Form stattfindet als im Feuilleton ist nur natürlich. Auf einem Blog wird immer der*die Blogger*in im Mittelpunkt stehen. Rezensionen sind dort natürlicherweise persönlicher geprägt und dies wird auch von den Lesern geschätzt.

      Ich denke aber dennoch, dass Veränderungen anzustoßen und immer wieder zur Selbstreflektion anzuregen, wichtig sind.
      Ich persönlich habe die Diskussion hier jedenfalls als bereichernd empfunden und hoffe, dass auch andere dies so sehen 🙂
      Viele Grüße
      Jennifer

      P.S. Leider ist dieser Kommentar kürzer geworden als der erste, der leider versehentlich gelöscht wurde.
      P.P.S.: Jorge Luiz Borges ist immer eine gute Inspirationsquelle 🙂

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  14. Hallo Jennifer,

    Interessanter Beitrag.
    Ich denke es kommt darauf an, was man mit einer Rezension erreichen will.
    Möchte man, dass eine Rezension zum Austausch über das Buch führt sind fehlende Kommentare natürlich ärgerlich, aber das ist meist nicht meine Absicht, wenn ich eine Rezension verfasse.
    Ich lese viele unbekannte Bücher, deshalb rechne ich gar nicht damit, dass meine Rezensionen groß kommentiert werden. Hinzu kommt noch, dass bei mir öfters englische Bücher dabei sind, die nicht übersetzt wurden.
    Meine Absichten, wenn ich Rezensionen verfasse sind die folgenden:
    1. Für mich eine Art Lesetagebuch führen. Ich merke, dass ich seit ich Rezensionen verfasse, Bücher besser in Erinnerung behalte. Das ist vor allem bei Reihen hilfreich.
    2. Andere auf die Bücher aufmerksam machen. Ich erhalte in letzter Zeit häufiger Kommentare, dass meine Rezension bei anderen Interesse an einem Buch, dass sie bisher nicht kannten, geweckt hat. Dies freut mich natürlich.
    Rezensionen erhalten bei mir zwar weniger Klicks als Monatsrückblicke, aber die Leserzahlen sind auch nicht so niedrig, dass ich mir Sorgen mache.

    Ich selbst Lese zwar die meisten, aber nicht alle, Rezensionen auf Blogs, denen ich folge, aber kommentiere eher selten. Kommentare hinterlasse ich nur, wenn ich ein Buch kenne, oder wenn eine Rezension mir wahnsinnig Lust gemacht hat das Buch zu lesen. Bei vielen Rezensionen denke ich mir nach dem Lesen „das Buch klingt ganz nett, aber ich muss es nicht lesen“ und da kommentiere ich auch nicht.
    Die beste Möglichkeit sich detailliert über Bücher auszutauschen sind für mich immer noch Leserunden.

    LG
    Elisa

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    1. Hallo Elisa,
      das ist ein guter Punkt: Sicher haben viele auch falsche Erwartungen an ihre Rezensionen und etwaige Diskussionen. Wenn du eine Rückmeldung bekommst, dass das Buch jemanden neugierig machte, hast du sicher alles richtig gemacht 🙂 Solche Rückmeldungen bekomme ich leider nicht, vielleicht weil ich noch nicht lange genug blogge. Ich lese zum Beispiel auch bei anderen nicht jede Rezension, da ich oft schon am Cover bzw. dem Titel erkennen kann, dass mich das Buch nicht interessieren wird. Ähnlich wie ich dieses Buch dann auch in der Buchhandlung nicht umdrehen würde, um den Klappentext zu lesen. Ich fühle mich dann selbst manchmal schuldig, dass ich nicht häufiger lese und kommentiere, aber ich weiß einfach vorher schon, dass ich am Ende eines Krimis nichts zu kommentieren hätte, da ich die einfach nicht lese.

      Ich finde deine Beschreibung eines Lesetagebuches eigentlich ganz schön 🙂 So habe ich das noch nie gesehen, aber es stimmt, Bücher zu denen man eine Rezension schreibt, liest man irgendwie intensiver, markiert sich vielleicht Stellen oder Zitate und macht sich mehr Notizen. An diese erinnert man sich dann bestimmt auch länger. Ich habe meinen Blog bisher nicht als Lesetagebuch wahrgenommen, aber ein bisschen erfüllt er natürlich diese Funktion. Vielleicht müssen alle, die enttäuscht sind über fehlenden Austausch also auch ein wenig ihre Erwartungen herunterschrauben…
      VG Jennifer

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  15. Ich finde deine Überlegungen wirklich gut. Mein Blog ist noch nicht so alt, daher habe ich das gute alte Zeitalter der Kommentare auf einem Blog nicht mehr miterlebt. Leider!
    Ich nehme meine eigenen Rezensionen sehr unterschiedlich war. Über Klischeeromane lässt sich aus meiner Sicht die Rezension sehr schwer schreiben, denn es ist ja im Grunde immer dasselbe. Man kann maximal den Schreibstil und die Originalität bewerten. Rezensionen über literarisch gehaltvollere Werke fallen mir da wesentlich leichter bzw. ich kann mehr drüber schreiben. Da stellt sich jetzt natürlich die Frage sind lange Rezensionen besser als kurze? Sie muten mir persönlich zumindest qualitativ hochwertiger an. Das kann aber natürlich auch täuschen.
    Mich persönlich interessieren Rezensionen über Bücher, die nicht zum Mainstream gehören. Ich habe kein Interesse an der 1000. Rezension zu Fangirl oder Illuminae. Ich möchte lieber die Schätze entdecken. Die, die nicht mit diesen Marketingkampagnen von den Verlagen beworben werden.(Trotzdem lese ich auch einiges aus dem Mainstream)
    Um einen Kommentar zu schreiben muss eine Rezension für mich persönliche Gedanken zu dem Buch enthalten bzw. Interpretationsansätze, die man in einer Diskussion dann weiterführen kann.

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    1. Liebe Lexi(?),
      ich weiß nicht, wie alt dein Blog ist, aber meiner ist ein Jahr alt. Ich glaube, die Zeit der vielen Kommentare ist aber mindestens drei Jahre her 😀

      Ansonsten kann ich dir nur voll zustimmen. Ich habe ein, zweimal versucht Rezensionen zu Liebesromanen zu machen, war aber nie zufrieden damit. Über aktuelle Bücher, gesellschaftskritische zum Beispiel, kann man dagegen sehr viel schreiben! Ich mag bei anderen auch eher Rezensionen zu Büchern, die ich sonst gar nicht entdeckt hätte und ich lese selten mehr als eine Rezension zu einem Buch.
      Ich glaube, die kurz oder lang-Frage ist eher persönlich zu beantworten. Ich mag mittellange Rezensionen, natürlich sollten es mehr als zwei Absätze sein, aber wenn es länger als eine DINA4-Seite wäre, ist mir das auch zu viel. Denn irgendwann fängt man auch an, sich eher zu wiederholen oder zu stark ins Detail zu gehen. Ich finde eine Rezension sollte vor allem neugierig machen! 🙂
      VG Jennifer

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  16. Liebe Jennifer,
    ein sehr spannender Ansatz!
    Ich verlinke in meinen Rezensionen immer gerne andere Rezensionen, die ich mir bei Google raus suche. Meistens kommentiere ich diese dann, äußere wo ich zustimmen kann, oder welche Aspekte ich anders sehe.
    Leider bekomme ich gar nicht immer eine Antwort darauf.

    Ich muss sowieso sagen, dass längst nicht jeder Blogger so kommentierfreudig ist wie du oder ich. Habe schon überlegt, ob ich darüber mal einen Beitrag schreibe.
    Mir ist Vernetzung sehr wichtig, ich verbringe eigentlich täglich Zeit damit, auf anderen Blogs zu stöbern und aktiv zu sein.
    Ich habe mir eine Datei angelegt mit allen Links, wo ich kommentiert habe. Oft ist es so, dass ich zwei Monate später, nachdem ich den Link schon mehrfach aufgerufen habe, den Link von der Liste streiche, ohne eine Antwort auf meinen Kommentar bekommen zu haben.

    Einerseits wollen Blogger mehr Interaktion auf ihrem Blog, andererseits antworten sie einfach nicht. Schon komisch. Das nur nebenbei.

    Ich denke aber, dass ich in meinen Rezensionen dabei bleibe, zwar etwas über den Inhalt und die Charaktere zu schreiben, aber primär über meine Empfindungen und meinen Eindruck, vielleicht schreibe ich auch dazu, an welche Bücher mich das Buch erinnert hat, quasi ein „Für Fans von…“.

    Liebe Grüße,
    Nicci

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    1. Hey Nicci,

      das mit dem Verlinken bei Rezensionen finde ich eine so schöne Idee und versuche auch selbst andere zu verlinken wo es nur geht.
      Ich glaube nicht, dass ich so kommentierfreudig bin wie du, aber ich arbeite daran. Von mir kann ich aber sagen, dass ich in der Regel alle Kommentare auf meinem Blog so gut es geht beantworte. Denn wenn der eigene Kommentar unbeantwortet bleibt, dann ist das wirklich doof. Ist mir auch schon passiert und na ja, danach hat man nicht viel Lust noch mal irgendwo auf diesem Blog zu kommentieren, weil man das Gefühl von vergebender Liebesmüh hat und es scheinbar nicht sonderlich wertgeschätzt wird.

      LG Hanna

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    2. Hi Nicci,
      das mit dem Verlinken unter Rezensionen mache ich auch oft, sofern andere das Buch überhaupt rezensiert haben (ich lese ja manchmal auch abseits des Mainstreams, da gibts nicht immer viele Rezensionen).

      Ich hab schon von anderen gehört bzw. selbst mitbekommen, wie viel du kommentierst. Ich bewundere das, kann aber auch verstehen, wenn andere das aufgrund von Arbeit, Uni oder Privatleben nicht können. Ich habe auch manchmal Phasen, in denen ich zwei Wochen lang auf keinem Blog unterwegs sein kann. Ich glaube, man sollte sich da auch selbst keinen Druck aufbauen, daraus entstehen dann auch keine gehaltvollen Kommentare. Dein Artikel zum Thema „Kommentier-Unlust“ würde mich aber natürlich trotzdem interessieren, wenn du ihn schreibst 🙂

      Ich glaube der Hauptpunkt, der viele frustriert ist einfach dieser krasse Unterschied zwischen Rezensionen und sonstigen Beiträgen. Bei mir ist der Unterschied gar nicht so groß, aber ich höre immer wieder von anderen, dass die Unterschiede wohl teils schon enorm sind.
      Aber natürlich ist die gesamte Diskussion ja auch nicht neu, sondern kommt einfach unregelmäßig wieder hoch. Vielleicht reicht ja auch die Selbstreflektion und regt den ein oder anderem zum Umdenken an 🙂
      VG Jennifer

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      1. Stimmt, da gibt es leider nicht immer so viel. Manchmal frage ich auch bei FB oder Twitter.

        Klar, manchmal schafft man das nicht, so geht es mir ja auch. In meinem Postfach warten gerade 130 Mails über neue Beiträge, die ich noch alle durch gehen möchte. Aber mittlerweile ist das fast Routine für mich, mich vormittags dran zu setzen 🙂 Aktuell bin ich krank, komme auch zu nichts. Aber wenigstens ein bisschen schaffe ich dann doch jeden Tag, so wie es halt geht. Und wenn ich mal 3-4 Tage gar nicht dazu komme ist das so. Ich kann aber nicht verlangen, dass Leute bei mir super aktiv sind, wenn ich selber nie 1. woanders kommentiere und 2. nicht auf meine Kommentare antworte. Darüber wurde sich auch schon beschwert – „ich bekomme so wenig Kommentare, bin aber auch null aktiv auf anderen Blogs.“ da braucht man sich nicht wundern.

        „Normale“ Rezensionen bieten auch meistens wenig Diskussionsmaterial, auch wie du schon sagtest lesen die meisten nur das Fazit, weil sie das Buch noch vor sich haben.

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      2. Tja, ehrlich gesagt, dass man Kommentare auf dem eigenen Blog beantwortet und auch ein bisschen auf anderen Blogs unterwegs ist, setze ich in Gedanken ehrlich gesagt immer voraus. Darüber habe ich jetzt noch gar nicht groß nachgedacht. Aber es stimmt schon, es gibt sehr viele Blogs, auf denen ist tote Hose und ich seh die auch nie irgendwo anders kommentieren, da wundert es nicht, dass so wenig los ist auf Blogs ingesamt.
        Schade ist es trotzdem, aber ich denke, da hilft auch alles Reden nicht, an solchem Verhalten kann man von außen nichts ändern…

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  17. Interessantes Thema. Meine Rezensionen werden im Vergleich zu anderen Beiträgen recht häufig aufgerufen, aber kaum kommemtiert. Allerdimgs erwarte ich auch dort keine Kommentare. Ich schreibe sie, um interessierte Leser zu informieren.
    Ich selbst lese jede Rezension aus den Genres, die ich mag, andere überfliege ich nur kurz.

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    1. Hui, du hast ja zwei Blogs 🙂
      Interessant, dass es bei dir anders rum zu sein scheint. Meine Rezensionen werden immer viel seltener geklickt als beispielsweise Monatsrückblicke oder irgendwelche kolumnenartigen Posts. Ich denke, bei vielen ist es ähnlich und das erzeugt dann Frust.
      Natürlich möchte man Leser informieren und auch neue Bücher vorstellen. Ich glaube, man bekommt dann oft das Gefühl, dass sich niemand für diese Rezensionen interessiert…
      Aber vielleicht sind das auch immer nur die ruhigen Phasen und die negativen Momente, die einem so im Gedächtnis bleiben…
      VG Jennifer

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  18. Ich mache auch die Erfahrung, daß meine Rezensionen zu englischen Bestsellern die bald auf deutsch erscheinen einen ganz schweren Stand haben. Vermutlich haben alle Angst, daß ich spoilern würde, wobei ich das als Buchhändlerin natürlich nie machen würde… Schließlich muss ich die Bücher ja noch verkaufen! 😂
    Seltsamerweise kommen Rezensionen von Büchern bei denen ich denke, daß sie bestimmt niemanden interessieren überraschend gut an.
    Das verstehe wer will. 😉

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    1. Das zeigt nur mal, dass man nie vorher weiß, was gut ankommt und was nicht 😀
      Ich lese zB ungern Rezensionen, deren Bücher ich lesen will, weil ich Angst habe, dass das positive oder negative Urteil auf mein Leseempfinden abfärbt. Vielleicht halten es andere ebenso?
      Ich glaube, man sollte einfach ganz ohne Erwartungen Rezensionen schreiben, dann kann man auch nicht enttäuscht werden…
      VG Jennifer

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  19. Hi!

    Wenn mich ein Buch thematisch fesselt und zum Nachdenken anregt, passiert es manchmal, dass ich in der Rezension etwas abschweife. Ich erzähle von meinen eigenen Erfahrungen und gebe meine Überlegungen wieder. Trotzdem versuche ich das ganze spoilerfrei zu halten.
    Ich habe das Gefunden, dass das besser ankommt als herkömmliche Rezensionen.
    Liebe Grüße
    Sabrina

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    1. Hallo Sabrina,
      das ist ein guter Hinweis! 🙂
      Ich glaube auch, dass die klassische Rezension eben nur von einer kleinen Gruppe von Leuten gelesen wird. Das bedeutet ja nicht, dass man sie abschaffen sollte, aber es ist eben auch nie verkehrt zu überlegen, was man „aufpeppen“ kann, um alles ein wenig ansprechender zu gestalten 😉
      Ich werde wohl selbst an meinen Rezensionen ein wenig was ändern.
      VG Jennifer

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    1. Hallo Anja,
      kurze, knackige Rezensionen finde ich sowieso immer besser als ewig lange. Denn oft steckt in diesen nicht mehr tiefschürfende Erkenntnis, sondern sie werden durch Wiederholungen in die Länge gezogen…
      VG Jennifer

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      1. Ja, das will gelernt sein. Ich fange meist mit kurz an, dann wirds doch länger und irgendwann merk ich: Die Luft ist raus, es wird nicht mehr besser, nur länger. Spätestens dann sollte man Schluss machen…
        Aber das ist das schöne: Mit einem Buchblog lernt man unglaublich schnell, prägnant zu schreiben 😀

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  20. Ein spannender Artikel und auch wirklich wahr! Ich selbst denke auch immer mal wieder nach, ändern tue ich dann doch eher selten etwas, weil das große Problem das wie ist. Ich selbst lese gerne Rezensionen mit Persönlichkeit, solche, bei denen man merkt, warum das Buch den Leser so mitnehmen konnte oder auch nicht, eines das mir zeigt, was das Buch transportiert. Da kann die 5000 Wörter habne, wenn es so viel zu sagen gibt – yay. Aber stures: Das ist der inhalt, das sind die Charaktere, das ist der Schreibstil – also so ein strues, stirktes Schema mag ich hingegen gar nicht (hatte ich am Anfang selbst und das hat mir beim Schreiben schon keinen Spaß gemacht). Ich schreibe meist einfach darauf los und lass dann raus, was mir am wichtigsten war :D. Wichtig finde ich bei langen Rezis dann nur, dass ein Fazit am Ende ist, für alle, die leiber kurz lesen. Ich mag auch Kommentarfragen – das hilft mir als Rezensionsleser dann, einen Bezug zu finden und eine Idee zu haben, was ich kommentieren könnte. Habe bei mir allerdings festgestellt, dass die nie einer beantwortet.
    glg Franzi

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    1. Liebe Franzi,
      ich finde auch, dass es natürlich auch für die Leser, aber vor allem für den*die Blogger*in irgendwie interessanter ist, wenn es kein festes Muster gibt sondern jede Rezension einzigartig ist! 🙂
      Aber gerade wenn man sich selbst noch nicht so sicher beim Bloggen ist, hält man sich ja eher an solchen „Regelb“ fest. Ich fange erst jetzt nach etwa einem Jahr an selbstbewusster Regeln aufzubrechen und mich nicht an Muster anderer zu halten.
      Aber natürlich – solche ganz starren Abläufe, die sich dann irgendwie nach „Checkliste abgearbeitet“ anfühlen sind meistens einfach nicht lesbar.

      Fazite mag ich persönlich auch sehr, weil ich lieber kurz lese – merke das ergo auch bei meinen eigenen kurzen Rezensionen 😀
      Abe ich verstehe, was du meinst, bei manchen Lieblingsbloggern möchte ich auch einfach immer weiter und weiter und weiter lesen 🙂
      Bin gespannt, wie sich die Rezensionen bei uns allen in Zukunft entwickeln!
      VG Jennifer

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